Crowdfunding

Dieses Buch gibt einen Überblick über die verschiedenen Formen des Crowdfundings, sei es in Form von Spenden mit Gegenleistung, Krediten oder Beteiligungen (Equity). Die verschiedenen Lösungen werden größtenteils mit Unterstützung der jeweiligen Plattformen vorgestellt. Das ist nachvollziehbar, da diese Akteure über fundierte Kenntnisse der Finanzierungsprozesse durch die Crowd verfügen. Allerdings werden einige Plattformen nur kurz erwähnt, während eine Plattform ausführlicher in Form eines Interviews dargestellt wird. Dadurch wird diese Plattform etwas zu stark hervorgehoben, während andere in den Hintergrund geraten.

Ich hätte mir gewünscht, dass für jede Finanzierungsform eine Vergleichstabelle der verschiedenen Plattformen enthalten ist. Stattdessen beschränken sich die Autoren darauf, uns zu sagen, dass wir die Plattformen selbst vergleichen sollten. Wenn man ein Buch über Crowdfunding kauft, erwartet man implizit eine erste Orientierung.

Was ich am meisten gesucht habe, waren Erfahrungsberichte von Projektträgern, die erfolgreich waren, aber auch von denen, die gescheitert sind, sowie eine Erklärung, warum sie gescheitert sind. Überraschenderweise finden sich sieben Erfahrungsberichte von Projektträgern erst am Ende des Buches – nach der Schlussfolgerung. Diese strukturelle Entscheidung halte ich für unglücklich, da genau dieser Teil für mich am interessantesten war und erst nach der Schlussfolgerung erscheint. Das war eine echte Enttäuschung.

Einer der wichtigsten Punkte im Buch ist, dass Plattformen wie Kickstarter im Grunde Werkzeuge zur Selbstfinanzierung sind. Es liegt an uns, die Unterstützer zu finden; es ist nicht die Community der Plattform, die automatisch auf uns zukommt. Im Gegensatz dazu funktionieren Spar- oder Investmentplattformen stärker über ihre eigene Community.

In Wirklichkeit ist die Situation jedoch komplexer. Fundraising-Kampagnen sind oft eine Mischung dieser Strategien. Der Start erfolgt häufig mit Familie, Freunden und Early Adopters, um eine erste Schwelle zu erreichen und dadurch einen Hebeleffekt für den weiteren Verlauf der Kampagne zu erzeugen.

Kommunikation ist entscheidend: zum Beispiel auf jeden Unterstützer zu antworten. Man sollte sich nicht darauf verlassen, dass die Plattform selbst die gewünschte Community aufbaut. Diese muss man selbst aufbauen – und zwar lange bevor die Kampagne startet.

Fundraising-Kampagnen sind zeitaufwendig. Man sollte den Aufwand vor, während und nach der Kampagne nicht unterschätzen.

Auch das Timing ist wichtig. Die aktivsten Phasen sind meist die erste und die letzte Woche der Kampagne. Kampagnen sollten nicht zu lange dauern, und die Plattformen selbst sind oft die besten Berater, um die optimale Dauer zu bestimmen.

Crowdfunding-Kampagnen generieren nicht nur Geld. Sie validieren auch eine Marktstudie, testen die Tragfähigkeit eines Projekts und eröffnen neue Möglichkeiten für Kunden und Partner.

Das Buch ist in sieben Kapitel gegliedert:

  • Die Welt des Crowdfundings für Unternehmen entdecken
  • Die Grundlagen des Crowdfundings verstehen: Sparplattformen oder Selbstfinanzierungsplattformen
  • Die Welt der Spenden
  • Die Welt der Kredite
  • Die Welt der Beteiligungen (Equity)
  • Die verschiedenen Berufe im Crowdfunding
  • Die Vorbereitung und erfolgreiche Durchführung einer Kampagne

Verlag: Eyrolles
Erscheinungsdatum: 11. Februar 2016
Seiten: 180
Preis: 22 €

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